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Östlich vom Körnerplatz, an der Pillnitzer Landstraße, befindet sich die Talstation der Schwebebahn. Sie wurde von 1898 bis 1900 gebaut und ist die älteste ihrer Art in der Welt. Die beiden Wagen werden auf Rädern entlang einer Schiene bewegt, die wiederum auf Stahlträgern ruht. Nach 274 Metern Streckenlänge erreicht man in fünf Minuten die 84 Meter höher gelegene Aussichtsplattform auf der Loschwitzhöhe.
Die Dresdner Schwebebahn wurde am 6. Mai 1901 in Dienst gestellt. 6 Jahre nach der benachbarten Standseilbahn zum "Weißen Hirsch" konnte somit auch die Höhenlage von Oberloschwitz erschlossen werden. Die Anlage basiert auf dem Einschienenhängebahn-Prinzip des Kölner Ingenieurs Eugen Langen. Dabei wird der Fahrbahnträger, auf dem die Schiene befestigt ist, von 32 Pendel- und einer Feststütze getragen. Die Wagenkästen selbst hängen unter der Fahrschiene. Bewegt werden die Wagen durch ein Zugseil. Die zugehörige Fördermaschine steht in der Bergstation. Zunächst von einer Verbunddampfmaschine angetrieben, kommt seit 1909 ein Gleichstrommotor zum Einsatz. Dieser lässt die Wagen auf der weltweit einzigartigen Bahn zwischen Berg- und Talstation pendeln. 

 
 







 
T e c h n i k      &     G e s c h i c h t e
LinienführungLoschwitz-Oberloschwitz
Eröffnung der Bahn06.Mai 1901
Streckenlänge274 m
Höhenunterschied der Stationen84 m
maximale Neigung39,9 %
maximale Stützenhöhe14 m
Anzahl der Stützen33
maximale Fahrgeschwindigkeit2,5 m/s
Wagenkapazität40 Personen
Förderleistung pro Stunde400 Personen
Antriebsleistung80 kW
Treibscheibendurchmesser4 m
Seildurchmesser38 mm
Seillänge390 m
BetriebsartSteuerung von Berg- oder Talstation möglich
 
 







 


Im März 2001 begann eine Sanierung der Bahn. Pünktlich zu ihrem 101. Geburtstag konnte die Schwebebahn im Jahr 2002 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten den Betrieb wieder aufnehmen. Im Zuge der Radikalkur wurde unter Wahrung des Denkmalschutzes die Bahn tauglich für die nächsten Jahrzehnte gemacht. Im Rahmen der jüngsten Sanierungsarbeiten wurde der Turm des Maschinenhauses als Aussichtsplattform zugänglich gemacht. Mit dem neuen Panoramaaufzug können Sie bequem den Turm erklimmen, von wo aus Sie einen unvergleichlichen Ausblick über das gesamte Dresdner Elbtal genießen können.
Dabei war die Konstruktion eigentlich ein ungeliebtes Kind, und Dresden hat sie 1921 nur durch Eingemeindung von Loschwitz bekommen. Auch für das stark wachsende Dresden war um die Wende zum 20. Jahrhundert eine Schwebebahn im Gespräch. Die Firma Schuckert & Co hatte ein Projekt vorgeschlagen, eine Linie vom Postplatz nach Hainsberg zu bauen. Eine Fortsetzung zum Schillerplatz war ebenfalls im Visier, erzählte Betriebsleiter Carsten Lauterbach. Das wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, „dieses Monstrum“ passe nicht zur Residenzstadt. Schuckert wollte Schwebebahnen auch in Berlin, Paris und London bauen. Aber die entschieden sich bekanntlich für die U-Bahn.

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Bergungsübung bei der Schwebebahn

Die Dresdner Schwebebahn in Loschwitz ist zwar so sicher wie kaum ein anderes Verkehrsmittel, trotzdem übt die Feuerwehr für den Notfall. An drei Tagen rückt sie morgens von der Schlüterstraße zum Manöver an die Pillnitzer Landstraße aus.
Feuerwehrleute auf dem Dach der Schwebebahn am Hang von Loschwitz, einem der romantischsten Plätze Dresdens. Von hier kann man eine reizvolle Sicht auf die Stadt genießen. Doch für die Landschaft hat jetzt niemand einen Blick. Die Bahn steht. Männer klettern über eine Dachluke ins Gefährt, nehmen den dort deponierten Schlüssel, einer öffnet eine Tür in der Bahn. In luftiger Höhe machen Behelmte Seile fest. Ein Feuerwehrmann wird angegurtet und vorsichtig nach unten gelassen, etwa zwölf Meter tief.Andere sichern seine Ankunft auf dem Rasen. Ein weiterer Uniformierter, einer Mumie gleich auf eine Plaste-Trage geschnürt, kommt ebenfalls aus der Bahn per Seil sicher zu Boden. Ein Verletzter wird hier simuliert. Dies ist eine Bergungsübung, die die Dresdner Verkehrsbetriebe alljährlich zusammen mit der Feuerwehr durchführen. Es klappte alles. Das Zusammenspiel zwischen den Leuten oben an den Masten und dem "Bodenpersonal" ließ nichts zu wünschen übrig.
"Ein kritischer Moment ist, wenn einer der Fahrgäste im Gefahrenfall als Erster den Gurt umlegen und in die Tiefe muss. Wagt es der Erste, folgen die anderen schon nach. Geübt wird hier, damit reibungslos geholfen werden kann, wenn es nötig wird", sagt Günter Mäurich von den Verkehrsbetrieben, Trainer und Ausbilder.
40 Personen finden in der Gondel Platz, die nach Oberloschwitz hinauf fährt. Eine beruhigende Bemerkung von einem der Feuerwehrleute: "Wir kriegen hier jeden raus, wenn es sein muss. Niemand muss Angst haben." Harald Behr, Wachleiter der Feuerwache Striesen, ist mit insgesamt 15 Männern gekommen. Fünf Rot-Behelmte gehören zum Höhenrettungsdienst Löbtau. Diese Mannschaft hält sich unter anderem beim Training an Hochhäusern fit. Behr: "Für uns ist bei dieser Übung wie im Ernstfall nicht die Schnelligkeit wichtig, sondern die Sicherheit."
Unfälle mit der Schwebebahn sind ausgesprochen selten. In über 113 Jahren waren es 3 Fahrzeuge, die am Veilchenweg mit der Gondel zusammenstießen. 1932 war es ein Möbelwagen, im Oktober 1998 ein mit Containern beladener Lkw und im Oktober 2014 ein zu hohes Transportfahrzeug. Bei allen Vorfällen waren glücklicherweise keine verletzten Personen zu verzeichnen.