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Damit die Bergbahnen zuverlässig ihre Dienste verrichten, müssen sie zweimal pro Jahr einer Revision unterzogen werden. Für das Jahr 2016 gelten dafür folgende Sperrzeiten bei der Standseilbahn:

07.03.2016 bis 18.03.2016 // 01.11.2016 bis 11.11.2016

Sie ist sie zwar nicht die älteste, aber eine der schönsten Standseilbahnen Deutschlands. Nicht nur das technische Denkmal selbst, auch die einzigartige Lage der Dresdner Standseilbahn am malerischen Loschwitzer Elbhang zieht viele Besucher an. Die 1895 eröffnete Dresdner Standseilbahn führt vom Körnerplatz hinauf zum Stadtteil Weißer Hirsch – das Nobelviertel, das durch das Sanatorium von Dr. Heinrich Lahmann und die bahnbrechenden Leistungen von Prof. Manfred von Ardenne Weltruhm erlangte. Dabei legt sie 547 Meter zurück, überwindet 95 Höhenmeter und bezwingt eine maximale Steigung von 29 Prozent. Die sich an der Bergstation befindliche Gaststätte Luisenhof - auch als "Balkon Dresdens" bekannt - empfängt leider keine Gäste mehr. Jedoch ist die Aussichtsterrasse für Besuchr der Bergbahn täglich von 10 bis 20 Uhr zugänglich. 
Vom 6. Januar bis zum 17. April 2014 bekam die historische Dresdner Standseilbahn, die seit 1895 den Körnerplatz mit dem Stadtteil Weißer Hirsch verbindet, eine intensive Verjüngungskur.
Alle zehn Jahre sind Seilbahnen einer gründlichen Kontrolle, einer Hauptuntersuchung (HU), zu unterziehen. Das regelt die bundesweite Vorschrift für den Bau und Betrieb von Seilbahnen, kurz BOSeil genannt. Zuletzt wurde die Standseilbahn 1993/94 komplett saniert. Damals lieferte die Waggonbaufabrik aus Bautzen sogar nagelneue Wagen nach Dresden. Der Zustand der Seilbahn war zehn Jahre später aber noch so gut, dass bei der 2004 durchgeführten HU nur kleine Reparaturen nötig waren. Inzwischen sind weitere zehn Jahre intensiven Betriebs ins Land gegangen, die ihre Spuren hinterlassen haben. Diese wurden durch die umfassende Instandhaltung beseitigt.
Im Jahr 2015 beging die Standseilbahn ein weiteres Jubiläum - sie wurde 120 Jahre alt. Mit einer bunten Veranstaltungsreihe rund um die denkmalgeschützte Jubilarin feierten wir dieses Ereignis. Vom Ostereier-Bemalen über Musik, Lesungen, Fototermine für Fans und Projekttage für Schulklassen bis hin zur Geburtstagsfeier am 31. Oktober 2015. So konnte und kann man sich überzeugen, dass die alte Dame noch längst nicht zum alten Eisen gehört.
Heute hat sich die Standseilbahn zu einer bedeutenden touristischen Attraktion in Dresden etabliert. Schon die Bahn selbst, die seit 1984 unter Denkmalschutz steht, ist einen Blick wert. Die landschaftlich reizvolle Umgebung macht die Fahrt mit der Standseilbahn zu einem besonderen Erlebnis. Während der Auffahrt schlängelt sich die Bahn durch eine malerische Natur, zwei kurze Tunnelstrecken und über ein 102 Meter langes Brückenviadukt.

 
 







 
T e c h n i k    &    G e s c h i c h t e
LinienführungLoschwitz-Weisser Hirsch
Eröffnung der Bahn25.Oktober 1895
Burgbergtunnel (Talseite)96 m
Prinzeß-Louisa-Tunnel (Bergseite)54 m
Strecke547 m
Gerüstviadukt102 m
Höhenunterschied der Stationen96 m
maximale Neigung29%
Spurweite1000 mm
maximale Fahrgeschwindigkeit5 m/s
Wagenkapazität59 Personen
Förderleistung pro Stunde630 Personen
Antiebsleistung199 kW
Treibscheibendurchmesser4 m
Seildurchmesser38 mm
Seillänge610 m
BetriebsartSteuerung von der Bergstation
 
 







 

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts zog es viele reiche Dresdner an die Loschwitzer Hänge und auf den Weißen Hirsch. Mit der Besiedelung wuchsen die Mobilitätsbedürfnisse. 1873 entstand so die erste Planung zum Bau einer Drahtseilbahn. Zur Baugenehmigung kam es jedoch erst 20 Jahre später, als das Vorhaben der Staatsregierung zum Bau einer Eisenbahn gescheitert war. Die heutige Streckenführung mit der versteckt zwischen den Häusern liegenden Talstation, den beiden Tunneln und der Stahlbrücke ergab sich als Kompromiss mit den Anliegern, die möglichst nichts von ihren Grundstücken abgeben wollten. Bereits nach elf Monaten Bauzeit konnte die Drahtseilbahn am 26. Oktober 1895 ihren Betrieb aufnehmen.

Zur Beförderung standen ursprünglich zwei Hauptwagen zur Verfügung, die bei Bedarf mit zwei Vorsatzwagen zur Personenbeförderung oder zwei Güterwagen mit drehbarer Ladefläche ergänzt wurden. Auf den Güterwagen fanden ganze Pferdefuhrwerke, beladen mit Kohle und Baustoffen, Platz. Der Güterverkehr auf der Standseilbahn wurde jedoch bald wieder eingestellt. Nachdem sie mehrmals den Besitzer gewechselt hatte, gelangte die Standseilbahn 1906 in den mehrheitlichen Besitz der Elektra AG, die die benachbarte Schwebebahn betrieb. Seit 1912 ist sie Eigentum der Stadt Dresden und wird von der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB AG) betrieben. 1909 verabschiedete man sich von den beiden Dampfmaschinen und stellte auf den elektrischen Betrieb um. Die Wagen erhielten aber erst 1932 mit dem Bau der Oberleitung elektrische Beleuchtung und Heizung. 1934 wurden die Wagen erstmals erneuert.

Weil das Personal in der Bombennacht vom 13. Februar 1945 die Wagen vor jedem Bombenalarm in die Tunnel gefahren hatte, waren sie unversehrt. Die untere Station war zwar zerstört, aber die Bahn konnte bereits nach wenigen Tagen wieder fahren und war in dieser Zeit eines der wenigen noch funktionstüchtigen Verkehrsmittel der Stadt Dresden. Nach Kriegsende begann der schwere Neuanfang. Erst ab 1960 war es möglich, die Standseilbahn nach und nach zu modernisieren. In den Jahren 1962/63 wurden in der Straßenbahnwerkstatt Trachenberge neue Wagen gebaut. Sie boten Fahrgästen und Personal mehr Komfort und verfügten über ein geschlossenes Gepäckabteil. Nachdem die Standseilbahn 83 Jahre lang ohne größere Unterbrechungen gefahren war, wurde 1978/79 eine Generalreparatur notwendig. Die Fördermaschine, der obere Tunnel, das Gerüstviadukt und die Wagen mussten instand gesetzt werden.

Im Jahre 1984 wurde die Standseilbahn in ihrer Gesamtheit als technisches Denkmal unter besonderen Schutz gestellt. Schließlich war der technische und bauliche Originalzustand nahezu erhalten. Nach der Wende wurde 1993/94 die Standseilbahn umfangreich rekonstruiert und musste deshalb vorübergehend stillgelegt werden. Die schwierigste Aufgabe bestand darin, die Technik auf den neuesten Stand zu bringen, dabei aber so viel wie möglich im Original zu erhalten. Das wohl beste Beispiel dafür ist das Maschinenhaus, in das eine leistungsfähigere Fördermaschine eingebaut wurde, die sich dem Original entsprechend in das Gesamtbild einfügt. Die obere Station wurde mit einem Bedienstand am Bahnsteig versehen. Der Maschinist zog damit aus dem Keller ans Tageslicht. Mit der neuen transparenten Überdachung erhielt die Talstation ebenfalls ein neues Gesicht. Die Tunnel wurden saniert, das Gerüstviadukt sowie die Streckenausrüstung erneuert. Die Waggonbau Bautzen GmbH baute neue größere Wagen mit zwei breiten Gepäckabteilen für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder.
Am 22. Oktober 1994 erstrahlte die Standseilbahn in neuem Glanz und pendelt seither wie eh und je bergauf, bergab zwischen dem Körnerplatz und dem Weißen Hirsch.