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Modernisierung Schwebebahn-Steuerung 2017

In jedem Frühjahr und Herbst stehen die routinemäßigen Revisionen auf dem Plan. Zusätzlich wird in diesem Frühjahr die Bahnsteuerung der Schwebebahn erneuert. Aus diesem Grund ist die Schwebebahn von 02.01. bis vsl. 07.04.2017 außer Betrieb.
Die Revisionsarbeiten an der Standseilbahn werden betriebsbedingt vom 08. bis 19. Mai 2017 durchgeführt.

 
 







 


Seit dem 2. Januar 2017 wurde die Anlage einer umfangreichen Erneuerung und Sanierung unterzogen. Hauptgrund war die Bahnsteuerung. Sie war in die Jahre gekommen und zeigte zuletzt starke Verschleißerscheinungen. Gleichzeitig wurden umfangreiche Arbeiten am Gebäude der Talstation und im Inneren der Maschinenhalle der Bergstation durchgeführt, die während der üblichen zweiwöchigen Revision nicht möglich sind. Die Steuerung der Schwebebahn besteht aus der Niederspannungsschaltanlage, die den Antriebsmotor sowie die Bahnsteuerung mit Spannung versorgt, einem Notstromdieselaggregat, angetrieben von einem IFA Sechszylinder-Motor, Schaltschränken für die eigentliche Seilbahnsteuerung und einem zugehörigen Schaltpult. Wahlweise kann vom Kommandostand in der Berg- oder einem weiteren Bedienstand in der Talstation die Schwebebahn gesteuert werden.
Neue Anlage aus Thüringen
Alle diese Anlagenteile wurden von der Firma ARI-contact aus Thüringen erneuert. Der Steuerungshersteller hat sich in der Ausschreibung gegen namhafte Konkurrenten aus dem Ausland durchgesetzt. Die verwendete Technik zur Datenübertragung zwischen den führerlos fahrenden Wagen und der Steuerung in der Bergstation mittels Leckwellenleiter wurde speziell für unsere Anlage entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Kabel, dass ein nur wenige Zentimeter großes WLAN-Feld erzeugt. Die an beiden Wagen montierten Antennen übermitteln alle Informationen und Steuerbefehle über diese gesicherte Verbindung. Die automatische Steuerung der Fahrten übernimmt eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS). Wesentlich verbessert ist die Kommunikation zwischen Fahrgast und Bedienpersonal. Während der Fahrt können beide Wagen mit jeweils einer Innenkamera komplett eingesehen werden. In jedem Wagenabteil können unsere Fahrgäste über eine Ruftaste mit uns in Kontakt treten, während andere Gäste den Ansagetexten weiter ungestört lauschen können. Zudem wurden die Bodenbeläge in den Wagen erneuert, sie entsprechen nun der höchsten Brandschutzklasse. Ein neuer Monitor im Eingangsbereich der Talstation zeigt Informationen zu Fahrzeiten, Events und weiteren Angeboten an.
Auch für das Personal verbessert sich vieles. So ist der Bedienstand in der Bergstation ergonomischer gestaltet und mit neuen Funktionalitäten ausgestattet. Von hier kann bei Stromausfall das Notstromaggregat bedient und zwischen den verschiedenen Betriebsarten umgeschaltet werden.
Talstation saniert
Zeitgleich sanierten Baufirmen die Räume und Technik der Talstation. Hier sind das Büro, der Bedienstand sowie ein Technikraum mit Notlicht- und Netzwerkanlage untergebracht. Diese Räume erhielten eine neue Elektrik und Zwischendecken. Danach wurden sie malermäßig instandgesetzt und neu möbliert. Um die Stillstandzeit der Schwebebahn optimal zu nutzen führten die Bergbahner die planmäßige Revision gleich mit aus.

Bergbahnen unterliegen strengsten gesetzlichen Sicherheitsauflagen. Besonders dann, wenn damit Personen befördert werden. Darunter fallen auch die Dresdner Seilbahnen als einzigartige historische Denkmäler. Für fast 600.000 Euro wurde ab Anfang 2017 die komplette Steuerungstechnik der Schwebebahn erneuert. Etwa drei Monate lang war die beliebte Bahn dafür außer Betrieb. Nun entspricht die Steuerung der Bahn dem aktuellen Stand der Technik. Auf diese Weise erhöht sich die Sicherheit für die Fahrgäste und die Bedienbarkeit der Bahn wird besser. Außerdem verringert sich die Störungsanfälligkeit der Dresdner Sehenswürdigkeit. Die finanziellen Mittel werden vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Rahmen des Programms zur Förderung der Bedingungen im schienen- und straßengebundenen öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung gestellt.

Konkret umfasste die Maßnahme die Erneuerung der elektrischen und elektronischen Ausrüstung zur Steuerung und Überwachung des Fahrbetriebes der Schwebebahn, die Steuerzentrale, die Netzersatzanlage, die Notlichtanlage in der Talstation, die Wagensteuerung, das Überwachungs- und Kommunikationssystem sowie die Datenübertragungsstrecke zwischen den Fahrzeugen und Stationen. Zusätzlich zur Modernisierung der Steuerung fanden die halbjährlichen Instandhaltungsarbeiten der Frühjahrsrevision an der Schwebebahn statt.

Wagen: Während der letzten Hauptuntersuchung im Frühjahr 2013 wurden an den beiden Wagen (Baujahr 1988) alle Fahrwerkteile wie Achsen, Laufräder, Bremsen, Seilaufhängungen ausgebaut und teilweise ersetzt. Eine unabhängige Firma führte eine Werkstoffprüfung der sicherheitsrelevanten Bauteile durch. Nach Instandsetzung verschiedener Karosserieteile bekamen die Wagen eine neue elfenbeinfarbene Ganzlackierung. Die Lackierung nebst Anbringung der braunen Zierstreifen dauerte pro Wagen rund drei Wochen.
Antrieb: Verschleißbedingt tauschten im gleichen Jahr Fachleute verschiedener Firmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt das so genannte Zahnradvorgelege mit Antriebswelle, das Antriebsritzel und das inzwischen 104-jährige „Großrad“ für die Kraftübertragung.
Strecke: Obwohl in den achtziger Jahren eine Generalreparatur durchgeführt wurde, zeigten sich bereits 1993, also zwei Jahre nach der Wiedereröffnung, erste Mängel am Traggerüst. Um einer drohenden Stilllegung vorzubeugen und den Betrieb der Schwebebahn langfristig zu sichern, begann die DVB AG im März 2001 mit der Sanierung. Die DVB AG wollte nicht nur die Tragkonstruktion der Schwebebahn erneuern, sondern sie auch gleichzeitig auf den neuesten sicherheitstechnischen Stand bringen. Außerdem sollte die Attraktivität der Bahn durch zwei neue Aussichtsplattformen an der Bergstation gesteigert werden. Natürlich waren auch die Bestimmungen des Denkmalschutzes zu erfüllen. Aufgrund von Schweißnahtrissen in den Fahrbahnträgern und Stützenoberteilen konnten diese nicht mehr verwandt werden und mussten komplett erneuert werden. Dazu wurde rund 230 Tonnen hochwertiger Stahl verarbeitet.
Bei der Montage der neuen Teile wurden einige technische Neuerungen eingeführt. So liegen die neuen Fahrbahnträger auf Elastomerlagern und die Schienen sind nochmals separat auf Kunststoff gebettet. Auf jeden der 2,8 Tonnen schweren Schienenträger wurden mit hochfesten Schrauben Rippenplatten für die Auflage der neuen Schienen montiert. Mit den technischen Neuerungen und der gewählten Kombination aus Schweiß- und Schraubenkonstruktion trägt die DVB AG sowohl der Denkmalpflege als auch den Ansprüchen einer modernen Konstruktion Rechnung.



( Unten: Bilder während der Hauptuntersuchung 2013 )

 
 







 

Ort: Bergstation
An den Seilenden wurden die alten Vergußkegel abgeschnitten. Das Seil wurde dadurch 2 Meter kürzer.

Ort: Bergstation
Beim Vergießen muß jeder Handgriff sitzen und die Temperatur entscheidet über die Haltbarkeit der Vergüsse.

Ort: Talstation
Eine Achse am Wagen1 hatte im Lager einen Schaden verursacht. Deswegen muß die Achse aufwendig gewechselt werden.

Ort: Talstation
Für einen Achswechsel muß der Wagen vorsichtig angehoben werden bis das Rad in der Luft hängt.




Ort: Talstation
Auch der Bedienstand für die Bahnteuerung ist nicht mehr zeitgemäß, wird renoviert und modernisiert.

Ort: Talstation
Fast alle Teile in den Fahrwerken wurden ausgebaut und einem Spezialisten zur Prüfung vorgelegt.

Ort: Talstation
Das Problemkind liegt endlich am Boden, muß anschließend untersucht und nach Möglichkeit aufgearbeitet werden.

Ort: Talstation
Das Seil ist am Wagen ausgehangen und abgespannt, damit der Wagen hydr. bergwärts gezogen werden kann.




Ort: Talstation
Wagen 1 muß mittels hydraulischen Geräten bis zur Stütze6 gezogen werden.

Ort: Talstation
Hier erfolgt der Gerüstaufbau, damit die Malerfirma in alle Ecken gelangen kann.

Ort: Talstation
Alles was Schrauben hat verläßt den Wagen. Nur so kann in jede Fuge geleuchtet werden.

Ort: Bergstation
Das Fahrwerkgehäuse vom Wagen2 ist beim Wassertest etwas nass geworden. Sonst guter Zustand.




Ort: Talstation
Nach zehn Jahren sind Schäden am Holz nicht auszuschließen.

Ort: Talstation
Wagen 1 ist nun verhüllt und das Zelt wird beheizt, damit die Lacke gebrauchsfähig werden.

Ort: Talstation
Sobald der alte Lack abgeschliffen ist, kann die neue Farbe kommen.

Ort: Bergstation
Auch der Wagen2 wird schon vorbereitet. Innen ist schon alles ausgebaut.




Ort: Antrieb
Über 100 Jahre gelaufen. Wird nach einer Aufarbeitung im "Freilicht-Museum" aufgestellt.

Ort: Antrieb
Das Antriebsritzel und die kleine Antriebswelle wurden ausgebaut - die neuen Teile warten auf ihren Einsatz.

Ort: Bergstation
Im neu lackierten Wagen1 erfolgt der Einbau des kompletten Innenlebens und der Verkabelung.

Ort: Talstation
Inzwischen bekommt der Wagen 2 seinen letzten Schliff und seine beige Farbgebung zurück.




Ort: Bergstation
Bis Ostern sind die Aussichtsplattformen nicht zugänglich und Führungen an der Bahn nicht möglich.

Ort: Talstation
Der Bedienstand erhielt neue Arbeitsplatten, moderne Möbel und pflegeleichten Fußboden.

Ort: Antrieb
Das "neue" im Getriebe soll nach Möglichkeit auch über 100 Jahre im Einsatz sein.

Ort: Bergbahn
Bei der ganzen Puzzlearbeit kann man nur hoffen, das kein Teil fehlt oder am Ende ein Teil übrig bleibt.




 
 

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Die gesetzlich geforderte Überprüfung der beiden technischen Denkmäler setzt sich an der Standseilbahn am 08.05.2017 fort. Zunächst werden Seilbahnsteuerung sowie Fernüberwachungs- und Signalanlage durchgecheckt. Dann kommen Fahrzeuge, Fahrwerke, Türen und Elektrik an die Reihe. Zusätzlich begutachten die Fachleute alle zur Strecke gehörigen Elemente wie die Brücken, Tunnel, Gleise, Rollen und Beleuchtung.
Zur Wartung des 199 kW starken Antriebs im Keller der Bergstation gehört die Kontrolle der Lager, Treibscheiben, Bremsen, Befestigungsschrauben sowie der automatischen Schmieranlage. Wenn nötig, wird zur Verschönerung der Optik auch hier zum Pinsel gegriffen. Eine gründliche Reinigung von Stationen und Wagen beendet die Prozedur.
Verläuft die Revision reibungslos und entspricht alles den geforderten Sicherheitsstandards, geht die Standseilbahn ab Sonnabend, dem 20.05.2017, wieder in Betrieb. Die erste Fahrt beginnt 9:08 Uhr. Vom Weißen Hirsch nach Loschwitz nutzt man ersatzweise während der Revision ab Haltestelle Plattleite die Linie 11 Richtung Bühlau bis zur Grundstraße und von dort die Buslinie 61.

 

 







 

Die beiden halbjährlichen Revisionen werden weiterhin im März und November durchgeführt. Damit die Bergbahnen auch weiterhin ihren Dienst leisten können, stehen die nächsten Überprüfungen für den Herbst auf dem Plan. Dann ruht der Betrieb bei der Standseilbahn vom 06.11.2017 bis 17.11.2017 und bei der Schwebebahn ist vom 20.11.2017 bis zum 01.12.2017 bis zum Betriebsruhe. (Termine unter Vorbehalt)