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  "Vom Patent zur ersten Bergschwebebahn der Welt"

Carl Eugen Langen (* 9. Oktober 1833 in Köln; † 2. Oktober 1895 bei Elsdorf (Rheinland)) war ein deutscher Unternehmer, Ingenieur und Erfinder. Langen war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des Ottomotors und der „Schwebebahn“. Auf dem Bereich des Schienenfahrzeugbaus war Langen erfolgreich - er setzte sich am 28. Dezember 1894 mit seinem Schwebebahnprojekt gegen Mitbewerber durch und wurde dadurch zum Vater der Schwebebahn. Seit 1892 entwickelte Langen mit Regierungsbaumeister Feldmann ein Hängebahnsystem zur Personenbeförderung. Dem eigentlichen Bau gingen verschiedene Konstruktionen bzw. Versuchsstrecken (Bild rechts) in ein- und zweigleisiger Ausführung auf dem Firmengrundstück von van der Zypen & Charlier in (Köln-) Deutz voraus. Die technisch eigentlich nicht korrekte Bezeichnung „Schwebebahn“ stammt von Langen selbst: „Ein System der hängenden Wagen. Ich habe das Ding ‚Schwebebahn‘ getauft.“

Fast zeitgleich war er für den Bau der Schwebebahn Dresden verantwortlich. Es handelt sich im Gegensatz zur 13,3km langen Wuppertaler Talstrecke in Dresden um eine Berg-Seilschwebebahn, die 274 m lang ist. 2007 wurde sie zur Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.
Im Jahr 1899 wurde nachweislich der Auftrag zur Herstellung und Lieferung der Antriebsmaschine an die Übigauer Werft, damals noch zur „Kette – Deutsche Elbschiffahrtsgesellschaft“ gehörend, ausgeführt. Einzig die beiden Dampfkessel lieferte die Firma Sack und Kieselbach aus Düsseldorf zu. Anschließend wurde die ca. 60 Tonnen schwere Maschine mit Schiffen von Übigau nach Loschwitz verschifft, dort angekommen auf Pferdegespanne umgeladen und zur Bergstation transportiert. Die Ausstellung in den Räumen der Bergstation der Schwebebahn berichtet über eine Geschichte die vor 110 Jahren begann.

Nicht nur die Antriebsmaschine der Schwebebahn (Bild links), sondern auch die Maschinenanlage der Standseilbahn zum Weißen Hirsch im Jahr 1894 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein weiterer Treibscheibenantrieb für die Standseilbahn Hohensyburg bei Dortmund wurden auf dem Werftgelände gefertigt. Mit welcher guter Qualität die Übigauer Werft damals arbeitete, kann man heute noch an der Maschine der Schwebebahn sehen, die - fast im Originalzustand - immer noch im Einsatz ist. Einzig die beiden Lokomobilen aus Düsseldorf wurden 1908/09 durch einen Elektromotor ersetzt.

Als die ehemalige Bürgerinitiative Schloss Übigau e. V. 2009 mit der Bitte zur Gestaltung einer Ausstellung über die Schwebebahn an die Bergbahner heran trat, nahmen diese das zum Anlass, die bisherige Stammausstellung über die Bahn komplett zu überarbeiten.
Jetzt ist die Ausstellung wieder in der Bergstation zu sehen. So wird auf den Tafeln in neuem Layout (Bild 1) die Geschichte der „ersten Bergschwebebahn der Welt“ erläutert, sowie der Erfinder des Schwebebahnsystems, Eugen Langen, und seine Pläne für weitere Schwebebahnen näher vorgestellt. Darunter sind so interessante Planungen wie eine Schwebebahn durch Hamburg oder eine Strecke von Dresden nach Hainsberg (Freital). Unter den Exponaten ist auch erstmals ein Modell (Bild 2) , dass einen Wagen in Originallackierung von 1900 zeigt. Um eine Vorstellung von der Ausstattung dieser Wagengeneration zu bekommen, können Besucher in einem eigens dafür nachgebauten Abteil mit historischer Wandverkleidung und Holzsitzbänken Platz nehmen (dieses steht in der Bergstation der Standseilbahn). Solch ein Wandschmuck (Bild 3) zierte auch den Eisenbahn-Salonwagen des letzten deutschen Kaisers.
Statistisch gesehen sind Seilbahnen die sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Dennoch kann der Ausfall eines Teilsystems die ganze Anlage zum Stillstand bringen. Befinden sich die Wagen in den Stationen, ist das kein Problem. Ausserhalb dieser Bereiche ist eine Bergung weitaus schwieriger. In solchen Fällen kommen Rettungsgeräte zum Einsatz.Früher wurden zur Bergung von Personen einfache Mittel verwendet - wie der ausgestellte Rettungssack (Bild 4). Heute kommen dafür modernste Abseilgeräte zur Anwendung (siehe Bericht). Anschließend kann man in einem Film die Entwicklung der Einschienenbahn-Idee Eugen Langens bis in die heutige Zeit noch einmal Revue passieren lassen.



Die Ausstellung ist täglich ab 10:00 in der Bergstation zu sehen.